Di

10

Feb

2009

Aller Anfang ist schwer...

 

Namaste!

 

Da wir am Montag (wegen Schneefalls in London) nicht abreisen konnten, wurden wir  in Sachen Geduld ein erstes Mal geprüft. Geduld, eine Tugend, die für Indien unabdingbar ist. Am Mittwoch, 4. Februar gings dann definitiv los.Nach 13-stündiger Reise kamen wir planmässig um 11.45h Lokalzeit in Mumbai an und wurden wie verabredet von Ravi abgeholt (danke nochmals, Jacqui!). Gemäss seiner grossen roten Tafel erwartete er allerdings eine E. Gehrig und einen A. Ramstein. :o)

Die Fahrpraxis (zuerst hupen, dann fahren, dann blinken und weiterhupen) und das Zusammenspiel aller Verkehrsteilnehmer beeindruckte Eva sehr. Unsere Bleibe war dann doch eher bescheidener Natur und wurde auch sogleich fotografisch festgehalten. Nachdem wir den ersten Schock überwunden hatten, haben wir uns zu Fuss aufgemacht Richtung Gateway of India. Vorbei an Kühen, Ziegen und Rikschahs haben wir uns entschlossen, den restlichen Weg mit dem Taxi zu bestreiten. Nach einstündiger Fahrt erreichten wir kurz vor dem Eindämmern den grossen Platz vor dem Gateway. Dieser und das Hotel Taj Mahal präsentierten sich in einem wunderschönen Abendlicht. Die entsprechenden Fotos findet ihr in der Rubrik FOTOS. Die Rückfahrt zum Hotel nahmen wir nicht in Angriff ohne vorher noch eine Rolle Klopapier zu kaufen... Die Fahrt durch die Rush-hour erwies sich als endloser „Horrortripp“, den Adrian schlafend hinter sich brachte. Nachdem wir unseren Reiseproviant vertilgt haben, liessen wir den ersten Tag unserer Weltreise enden.

 

Tag 2 sollte der Tag unserer ersten Zugfahrt werden. In Mumbais „S-Bahn“, die täglich mehr als 6 Mio. Menschen befördert, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum der Stadt. Dort erstanden wir ohne weitere Probleme das Zugticket für die Weiterfahrt nach Nagpur, schlenderten zum Oval Maidan Park, schauten den Indern beim Cricket zu und liessen die Geräuschkulisse (gehupe ohne Ende) auf uns wirken. Nachdem wir buchstäblich in letzter Sekunde aus dem überfüllten Zug gehüpft sind, gingen wir zum ersten Mal zum Inder um die Ecke und führten uns ein Paneer Tikka Masala zu Gemüte, jammi!

 

Der dritte Tag verlief eher unspektakulär, bis auf unsere erste Nacht-Zug-Fahrt von Mumbai Victoria Station (Hauptbahnhof) nach Nagpur. Am Bahnhof wurden wir von verschiedenen Menschen angesprochen und als wir ihnen sagten, dass wir auf dem Weg nach Nagpur sind, haben sie uns alle mit grossen Augen angeschaut. Aussagen wie „what for?“, „it's ugly“, „there is nothing to see“ und „it's just hot“ machten das Warten doch gleich angenehmer. Die Liegen erst einmal bezogen gings auch schon los. An ausgeruhtes Schlafen war zwar nicht zu denken (irgendwie konnten wir die Beine nicht strecken), trotzdem verging die Fahrt ohne weiteren Komplikationen.

 

Am Sonntag entpuppte sich unser vorübergehendes Zuhause nicht unbedingt als Bijou Indiens. Ein  Zimmer ohne Tageslicht, ein Restaurant mit einem Hauch von künstlichem Licht und ein Portier ohne Lächeln (nicht einmal mit einem falschen) hiessen uns „willkommen“. Einsamer Höhepunkt des Tages war das unerwartete funktionieren unseres Reiseadapters (in Mumbai konnte Eva dem Adapter nur einen Funken und ein Räuchlein entlocken).

 

Am Montag sah die Welt aber schon wieder freundlicher aus. Die Stadt (ca. 3 Mio. Einwohner) lebte, das Zimmer konnten wir gegen eines mit Tageslicht tauschen und der Fussmarsch an den Bahnhof (klingt unspektakulär ist es aber nicht – vor allem zur Rush-Hour) wurde mit ein paar Mandarinen belohnt. Leider trug das zweistündige warten in der Bahnhofshalle keine weiteren Früchte, das gewünschte Ticket gabs nur einmal. Jetzt schauen wir nach der Meditation wie wir von hier nach Bhopal gelangen. 

 

Bis bald, Eva und Adrian

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