Do
18
Jun
2009
Da laust mich doch der Affe...
Salam,
Nach einer kurzen Nacht in Phuket klingelte uns der Wecker um 04.30h aus den Federn. Nach einem frühmorgendlichen Fussmarsch zum Busbahnhof und einer rasanten Fahrt zum Flughafen waren wir froh, als unser Flieger kurz nach 08.00h abhob. Via Kuala Lumpur erreichten wir – von Turbulenzen gebeutelt - gegen Abend Denpasar, Bali. Dort wurden wir von einem schweigsamen Fahrer abgeholt und erhielten einen Vorgeschmack auf das Verkehrsaufkommen in Kuta. Für eine Fahrt von wenigen Kilometern benötigten wir ungefähr 40 Minuten. Die Tage in der Surfermetropole genossen wir am breiten Strand oder auf dem gemütlichen Balkon unseres grosszügigen Zimmers. Die Verwirrung betreffend Zeitumstellung war perfekt, denn von Phuket nach Kuala Lumpur wurde an der Uhr gedreht und die Zeit in Bali war wieder anders. In Indonesien gibt es drei verschiedene Zeitzonen. Ausserdem hatte unser Fahrer die Uhr in seinem Gefährt nicht korrekt eingestellt. Kurz bevor wir nach zwei Tagen wieder weiterreisten, hatten wir es dann aber raus und gelangten gerade noch rechtzeitig an die Busstation von wo aus wir nach Ubud gebracht wurden.
Ubud, ein Künstlerdorf im Landesinnern, hat uns auf Anhieb gefallen. Die vielen Galerien, Handwerksstätten, gemütlichen Warungs mit teilweise wunderschönen Aussichten in die Reisfelder sowie zahlreiche Tempel luden zum längeren Verweilen ein. Schlussendlich blieben wir fünf Nächte, die wir in einem bescheidenen Häuschen in einer wunderschönen tropischen Gartenanlage verbrachten. Für knapp acht Franken war auch das Frühstück – feine Bananenpfannkuchen sowie eine Schale tropischer Früchte und Tee – inklusive.
Einen unbestrittenen Höhepunkt stellte der Besuch im Monkey Forrest Sanctuary dar. Dort hausen in einer Umgebung wie aus einem Indiana-Jones-Film unzählige rotzfreche Affen. Sie reissen alles an sich was nicht niet- und nagelfest ist, wie wir am eigenen Leib erfahren durften. Ein süsser kleiner Kerl hielt – warum auch immer – Eva für seine Affenmama und begann unaufgefordert ihren Kopf eingehend, aber erfolglos, nach Läusen abzusuchen. Nachdem der erste Schreck vorüber war, stellte Eva erstaunt fest, wie zart und vorsichtig das Äffchen seine Hände zum Lausen einsetzte. Am darauf folgenden Abend liessen wir uns von einer traditionellen Balinesischen Tanzvorführung, genannt KECAK FIREDANCE, verzaubern. Zuerst wurde tänzerisch ein Teil aus dem Ramayana erzählt, später tanzten sich zwei Mädchen in Trance und als Höhepunkt tanzte ein in Trance versetzter Balinese in mitten glühender Kokosnussschalen bis seine Füsse pechschwarz waren.
Auf unserem insgesamt dritten Ricefield-Walk – das satte Grün wusste uns immer wieder von neuem zu begeistern – machten wir erstmals Bekanntschaft mit einer Schlange. Wenige Meter nachdem wir uns eine Kokosnuss vom Baum holen liessen, wäre Adrian beinahe auf eine Schlange getreten. In der Annahme, dass eine Begegnung mit einer Schlange eher die Ausnahme als die Regel darstellt, spazierten wir weiter, nur um wenige Schritte später auf eine abgestreifte Schlangenhaut zu stossen. Von da an waren unsere Blicke mehrheitlich auf den Boden und nicht mehr so sehr auf die eigentlich schöne Landschaft gerichtet. Und tatsächlich, einige Minuten später stiessen wir erneut auf eine Schlange. Während Adrian beobachtete wie die Schlange langsam auf uns zu geschlichen kam und sie mit heftigem Trampeln auf den Boden von uns weg zu scheuchen versuchte, blieb ihr Eva mit der Linse auf den „Fersen“. Unser Bedarf war vorerst gedeckt, vor allem weil wir nicht wussten ob es sich um eine giftige oder nicht giftige Vertreterin ihrer Art handelte.
Zu guter Letzt haben wir noch Fahrräder gemietet um die verschiedenen Tempelanlagen zu erreichen. Bei brütender Hitze bestaunten wir die Elefantenhöhle und machten uns auf einen kurzen aber spannenden Dschungelwalk. Einem Abstecher zu einem eher enttäuschenden Felsenrelief liessen wir eine wohlschmeckende Stärkung in einem Restaurant mit fantastischem Ausblick auf eine Reisfeldterrasse folgen. Den geplanten Museumsbesuch liessen wir zu Gunsten eines tief schürfenden Gesprächs auf einem idyllischen Balkon mit Blick auf den Sunset Hill fallen.
Die Weiterreise mit dem Shuttlebus nach Padang Bai verlief ohne grösseren Probleme, da uns der Ort allerdings eher enttäuschte, haben wir uns entschlossen, nach nur einer Übernachtung auf die Gili Inseln überzusiedeln.
Bis die Tage,
Eva und Adrian
