Di
07
Jul
2009
Indonesien à la carte...
Salam,
Voller Vorfreude auf die uns schon von vielen Seiten empfohlenen Gili-Inseln machten wir uns auf in Richtung Bootssteg, wo wir bereits von einem piratenschiffähnlichen Kutter erwartet wurden. Dieser war allerdings nicht am Bootssteg, sondern wegen dem tiefen Wasserstand bereits 60 Meter im offenen Meer vor Anker gegangen. Wir also zuerst mit Sack und Pack (inkl. montierten Wanderschuhen) durch den Sand und rein in das wackelige Beiboot, das voll gepackt bis unters Dach anschliessend zum Schiff raus schaukelte. Wir sicherten uns die zwei Besten Plätze auf dem oberen Deck, die – zumindest während der Wartezeit – im Schatten lagen. Wider erwarten zog sich die Wartezeit ein bisschen in die Länge (etwa eine Stunde), weil das wacklige Beiboot noch weitere Passagiere sowie Gepäck vom Ufer holen musste. Aus unerklärlichen Gründen gingen wir davon aus, dass die drei Inseln nach etwa 2 ½ Stunden hätten zu sehen sein sollen; nach 3 ½ Stunden wurde uns nicht nur übel sondern wir auch stutzig; nach 4 ½ Stunden fanden wir heraus, dass die lustige Seefahrt etwa 5 ½ Stunden dauern wird. Adrian inzwischen auf Rückenlage im Schatten, Eva einen imaginären Punkt am Horizont fixierend und sich am Vorderbank festklammernd liessen wir das Abendessen an Bord sausen! Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön....
So hatte sich Evas Befürchtung bewahrheitet, dass es nämlich bereits eindunkelte, ohne dass wir ein Bett zum Schlafen hatten. In gewohnt grossspuriger Manier wimmelten wir die verschiedenen Typen ab, die uns einen „cheap room“ vermitteln wollten. Frohen Mutes machten wir uns – mit nassen Schuhen und Vollpackung notabene – zum ersten Lonely Planet Hoteltipp auf. Der gute Mann wollte etwa das Doppelte des Lonelyplanet-Preises, sodass wir mit einer verächtlichen Handbewegung abwinkten. Eine Türe weiter war der Preis nur noch halb so hoch für ein schönes Bungalow mit einem wunderschönen Freiluftbad. Adrian war das noch nicht genug, sodass wir uns wieder auf Wanderschaft – nun war es definitiv dunkel – machten. Nachdem wir die nächsten drei Unterkünfte erfolglos abgeklappert hatten, erinnerten wir uns wieder der zweiten Unterkunft. Inzwischen ziemlich platt kehrten wir wieder zurück – nur um zu erfahren, dass das letzte freie Zimmer inzwischen auch vergeben sei. Ziemlich kleinlaut nahmen wir das nächstbeste Bungalow zu einem exorbitanten Preis (eigentlich hätten wir das erste Angebot annehmen können...). Immerhin, das Bungalow war klimatisiert (was uns wenig nutzte, da der Strom in der Nacht sowieso ausfiel), hatte einen TV (den man bei einem solchen Sternenhimmel sowieso nicht anschaltet) und ein grosszügiges Freiluftbad (das wir aufgrund unserer Müdigkeit überhaupt nicht auskosten konnten). Wir beschlossen noch, die Suche nach einer geeigneteren Bleibe auf den kommenden Tag zu verschieben. Ein gutes Frühstück und die Aussicht auf ein günstigeres Zimmer im selben Hotel wusste unsere Laune stark zu verbessern. Doch um 11.00h begann die Suche von Neuem, da keines der günstigen Zimmer freigeworden war.
Da wir diesmal früh am Tage am Suchen waren, gingen wir das ganze voller Zuversicht an. Doch weit gefehlt. Entweder waren die Hotels voll oder die Zimmer für unser Budget zu teuer. So landeten wir bei Jessica's Homestay in einer muffigen Zelle ohne Tageslicht, die als einziges Plus ein neu renoviertes Bad aufweisen konnte. Nach einem schönen Nachmittag am atemberaubend schönen Strand, einer spannenden Inselumwanderung, einem Sonnenuntergang, der seines gleichen sucht und einem feinen Mie Goreng Spesial in einem kleinen Warung kehrten wir frischfröhlich in unsere Unterkunft zurück. Während des Abendessens begleitete uns das Röhren der Generatoren – der Strom war einmal mehr ausgefallen. Nichts böses ahnend schlenderten wir der Strandpromenade entlang zu unserer Unterkunft zurück. Je näher wir unserem Zimmer kamen, desto bewusster wurden wir uns einer unschönen Tatsache – der Generator von Jessica stand Luftlinie ca. 2 Meter vom Kopfteil unseres Bettes entfernt. Leider vermochte das gleichmässige Dröhnen uns nicht in den Schlaf zu wiegen, im Gegenteil, wir waren kurz davor Amok zu laufen (Adrian hatte bereits Phantasien und sprach von Pistolen und Schalldämpfern – plopp, plopp). Plötzlich war Ruhe! Das Benzin war ausgegangen. Dies hatte zwei Dinge zur Folge, 1) im Zimmer über uns begann ein wildes Gepoltere und 2) der nette Junge vom Hotel versuchte verzweifelt ca. 10x den Motor neu zu starten – wir erinnern, 2 Meter Luftlinie!!! Irgendwann kam der Strom zurück und wir konnten endlich schlafen. Gegen Abend des folgenden Tages stieg unsere Anspannung merklich an – eine weitere Nacht in ähnlichem Stile würde uns wohl zu Amokläufern machen. Die Zeichen standen sehr schlecht, bereits beim Abendessen war eine Unterhaltung unmöglich, die Generatoren röhrten in die Inselidylle... Zu unseren freudigen Überraschung lag Jessica's Homestay im Dunkeln. Glücklicherweise konnten wir den in Richtung Generator losrennenden Hoteljungen nachhaltig davon überzeugen, es mit Kerzenlicht und nicht mit Generatorlärm zu versuchen. Irgendwie war uns Gili Trawangan nicht so ganz wohlgesonnen, sodass wir bei Sonnenaufgang des dritten Tages etwas früher als geplant nach Lombok abreisten.
Ein Boot mit „Stützredli“ (in Form von zwei seitlich angebrachten Bambusstangen) führte uns nach Bangsal von wo uns ein Minibus in desolatem Zustand nach Senggigi kutschierte. Schon diese kurze Fahrt erinnerte uns stark an Indien – schlechte Strassen, Menschen, die Abfall verbrennen, Pferdekutschen, Mopeds, Autos und Fussgänger auf den Strassen, nackte spielende Kinder, dichtgedrängte Märkte und mehrheitlich sehr einfache Behausungen. Unsere Unterkunft – Raja's Bungalows – war eine kleine Oase. Umgeben von einem wunderschönen Garten bewohnten wir ein grosszügiges Bungalow mit Veranda und einem traumhaften Freiluftbad, Adrian meint, dass er beim sch... noch nie einen schöneren Sternenhimmel gesehen hat! Geschmäcker sind bekanntlich verschieden –unseren Geschmack hat der Muezzin von der Moschee gleich nebenan (und vom Kollegen 300 Meter weiter in die andere Richtung) nicht unbedingt getroffen. Zudem wollten wir eigentlich um 05.00h gerne noch ein wenig schlafen. Senggigi kam uns spanisch vor. Touristisch ziemlich gut ausgebaut, dennoch mit praktisch leeren Stränden, Restaurants und teilweise gespenstisch anmutenden, verlassenen Hotelanlagen.
Ein absolutes Highlight stellte dann unsere Motorradtour dar. Mit zwei schon leicht eingedellten Eierschalen auf dem Kopf brausten wir westwärts los. Vorbei an Reisfeldern, Moscheen, Fischerdörfern uvm gelangten wir langsam aber sicher in den westlichsten Zipfel Lomboks. Die Behausungen wurden immer seltener und ursprünglicher, dafür eröffneten sich unserem Auge traumhafte und absolut menschenleere Buchten und Strände. Wir liessen es uns nicht nehmen, an einem postkartenreifen weissen Sandstrand mit türkisblauem Meer ein erfrischendes Bad zu nehmen. UNBESCHREIBLICH!!!
Weiter ging es mit dem Privatchauffeur nach Kuta, Lombok, das mit dem Namensvetter in Bali praktisch nichts gemein hat (obwohl Kuta Lombok als einzige touristisch erschlossene Ortschaft in Südlombok gilt). Auch hier erwarteten uns traumhafte und beinahe menschenleere Strände, ein paar Warungs und die überall zu findenden Tante-Emma-Läden. Die Aussicht vom höher gelegenen Ashtari-Restaurant hätte nicht eindrücklicher sein können. Ihr werdet zweifelsfrei beim Betrachten der Lombok-Fotos herausfinden, von was hier die Rede ist... Ein unbestrittenes Highlight war der Besuch eines Fussballderby's, blau gegen weiss. Auf staubigem Untergrund durften wir in mitten der zahlreichen einheimischen Zuschauer ein Spiel eher mässiger Qualität verfolgen. Spektakulär war eigentlich nur eine Aktion: als nämlich zwei Zuschauer ihren Platz auf der anderen Seite des Spielfeldes zu erreichen versuchten. Sie taten dies der Einfachheit halber mit dem Roller quer über das Spielfeld. Freistoss-Schütze und Freistossmauer liessen sich von der kurzen Unterbrechung nicht aus der Ruhe bringen, Goal gab es trotzdem keines! Es wurde uns schnell klar, weshalb Fussballspieler nicht zu den Exportschlagern Indonesiens zählen.
Rückblickend war Lombok für uns die lohnenswerteste Destination in Indonesien. Die Menschen unverdorben und ursprünglich, die Natur absolut vielseitig und überwältigend und Touristen nur in homöopathischen Mengen. Wer diese Insel so noch entdecken will, sollte dies in den nächsten zwei bis drei Jahren tun, denn ein grosser internationaler Flughafen befindet sich mitten im Bau.
Mit ein bisschen Wehmut machten wir uns nach drei Nächten auf per Bus, Schiff und nochmals Bus wieder nach Bali zu gelangen.
Zurück in Bali liessen wir uns erstmal auf den öffentlichen Verkehr ein. Bemos nennt man die eher karg ausgestatteten Minibusse, die in ganz Bali auf verschiedenen Strecken zirkulieren. Der Preis ist natürlich Verhandlungssache, vor allem bei Touristen. Die erste Etappe verlief ziemlich unproblematisch, abgesehen davon, dass jeder Balinese ein eigenes Transportunternehmen ist und einem seine Dienstleistung verkaufen will, sodass wir niemanden fragen konnten, wo denn nun das Bemo fährt. Etwas ungewöhnlich war anfangs eigentlich nur, dass der Chauffeur und auch die Fahrgäste während der gesamten Fahrt gemütlich qualmten... Die Folgefahrt gestaltete sich da schon schwieriger. Der Chauffeur sprach nur Indonesisch, die Preisverhandlungen gestalteten sich äussert zähflüssig und nachdem man sich endlich geeinigt hatte, war an ein Losfahren noch lange nicht zu denken. Wir übten uns in Geduld und wurden uns bewusst, dass man hier den Launen des Fahrers ziemlich hilflos ausgesetzt ist. Neben verschiedenen Fahrgästen gesellten sich auch noch drei lautstark protestierende Hühner in ziemlich kleinen Körben zu den Passagieren.
In Tulamben planten wir nur einen kurzen Zwischenstopp. Mit einem Schnorchel bewaffnet wollten wir das bekannte Schiffswrack der U.S.A.T. Liberty begutachten (das ca. 50 Meter vom Ufer unseres Hotels entfernt liegt). Aus reiner Neugierde informierten wir uns noch über die Möglichkeit, einen Tauchschein zu erlangen. Der deutschsprechende Spanier Jo vom Tauch-Terminal Tulamben (www.tauch-terminal.com) begeisterte uns durch seine Erzählungen auf Anhieb. Wir erbaten uns noch eine 24 stündige Bedenkfrist, aber eigentlich war da schon klar: Wir wollen die Unterwasserwelt kennenlernen! Nach einem ersten spannenden Schnorchelausflug (ohne Wrackbesichtigung) vereinbarten wir mit Andreas, dem deutschen Manager, dass wir am Folgetag unseren SSI (Scuba Schools International) Open Water Diver Kurs in Angriff nehmen. Am 30. Juni 2009 um 09.00h begann der Theorieteil. Am Nachmittag gings in voller Montur das erste Mal in den Pool. Nicht viel hätte gefehlt und das Abenteuer Tauchen wäre nach fünf Minuten beendet gewesen. Beide hatten wir unter Wasser ein Gefühl der Beklemmung. Obwohl man mehr als genügend Sauerstoff zur Verfügung hat, gestaltet sich anfangs das Atmen unter Wasser alles andere als einfach. Plötzlich wird man sich jedes Atemzuges bewusst und es blubbert ohne Ende bei jedem Ausatmen. Auch das Einatmen bleibt nicht geräuschlos. Nach ein paar beruhigenden Worten unseres Tauchlehrers schöpften wir neuen Mut und beendeten die erste Lektion im Pool ohne weitere Probleme. Für Tag 1 wurden wir entlassen. Tag 2 begann um 08.30 im Pool. Wer hätte es gedacht, aber die ersten Minuten waren erneut eine grosse Überwindung. Kaum hatten wir die Übungen vom Vortag repetiert und uns an das Unterwasserdasein gewöhnt, schickte uns Andreas drei Meter tiefer und wir wurden das erste Mal mit dem Druckausgleich konfrontiert. Adrian stolperte hilflos wie vorgegeben vorwärts den Abhang hinunter und pustete verzweifelt Luft in die zugehaltene Nase, Eva traute sich nicht vorwärts und ging schlussendlich an Andreas Hand rückwärts dieRutsche runter. GESCHAFFT! Nach vier weiteren Übungen durften wir eine halbe Stunde verschnaufen (und aufwärmen), bevor es ins offene Meer ging. Etwas unbeholfen stolperten wir mit den Flossen in der Hand meereinwärts. Weil wir vergessen hatten, in die Taucherbrillen zu spucken, liefen uns diese nach kurzer Zeit an. Trotzdem konnte Eva ihren ersten Schwarzspitzenriffhai erspähen. Adrian schaute zwar in die richtige Richtung, er konnte aber leider kaum die Hand vor Augen erkennen... Nach einem Unterwasser-Brillen-Ausspül-Manöver sah Eva wieder scharf (aus)! :o) Nach 35 Minuten gings wieder zurück an Land. Unser erster Tauchgang war vollbracht und wir ziemlich erschlagen, von dem was wir gesehen hatten. Ohne Erbarmen bat uns Andreas eine halbe Stunde später zum nächsten Tauchgang. Diesmal vergassen wir den Trick mit der Spucke nicht und hatten freie Sicht auf einen weiteren Hai und das prachtvolle Korallenriff von Tulamben. Neben Nemo trafen wir auch auf Barrakudas, Kaiserfische, Moränen, Seesterne, Würmer und viele uns bislang unbekannte aber in wunderschönen Farben gezeichneten Fische. Dieses Mal mussten wir auch einen Stopp einlegen, um die Übungen aus dem Pool zu wiederholen. Dabei schaukelte uns die Brandung sanft hin und her. Das bekam Adrian gar nicht... Ein sich stetig verschlimmerndes Unwohlsein begleitete ihn auf den letzten Minuten zur Wasseroberfläche. Kaum oben angekommen reiherte er Ananaspfannkuchen - zur Freude der Unterwasserwelt. Ein wenig zittrig auf den Beinen gings in die Mittagspause. Am Nachmittag beendeten wir den Theorieteil mit anschliessender Prüfung. Tauchgang Nummer 3 und 4 galt es am 2. Juli zu bewältigen. Kurz vor 09.00h marschierten wir voller Vorfreude ins Meer. Dank des geschulten Auges von Andreas durften wir einen Skorpionfisch (hochgiftig), einen Blaupunktstachelrochen (giftig), einen weiteren Hai, einen Krebs, dessen Scheren zu kleinen Hämmern mit der Durchschlagskraft einer Pistolenkugel umfunktioniert wurden (Hammerkrebs?) und weitere faszinierende Kreaturen bewundern. Als einen weiteren Höhepunkt unserer kurzen Tauchkarriere durften wir um das Wrack der „U.S.A.T. Liberty“ herumtauchen. Das Wrack liegt zwischen fünf und 50 Meter Tiefe und wirkt so bedrohlich wie faszinierend. Einerseits ist das Schiff schon von weitem als dunkler Schatten zu erkennen, andererseits ist es aus der Nähe betrachtet dicht besiedelt von interessantesten Meeresbewohnern. Die Fische schwammen teilweise nur 5cm an der Tauchbrille vorbei und zeitweise fühlten wir uns wie ein Mitglied eines Fischschwarms. Die Liberty (ein von der Armee zum bewaffneten Transportschiff umgewandeltes ehemaliges ziviles Frachtschiff) wurde 1942 auf ihrem Weg von Australien Richtung Philippinen von den Japanern bei Lombok torpediert und anschliessend nach Bali geschleppt. Da der grosse Hafen von Singaraja (damalige Hauptstadt Balis) keinen Platz mehr hatte, liess man das Schiff vor Tulamben stranden. Alles Brauchbare wurde aus dem Transporter rausgeholt oder abmontiert. Druch den Ausbruch des Vulkan Mount Agung anno 1963 wurde die Liberty ins Meer zurückgedrängt und Tulamben grösstenteils zerstört. Seither liegt sie auf Grund und zieht Tauchtouristen aus aller Welt an. Der Vulkanausbruch führte auch dazu, dass rund um Tulamben kein Sand- sondern ein Lavasteinstrand liegt. Nach bestandenen theoretischen und praktischen Prüfungen durften wir stolz unser Logbuch sowie unsere Taucherlizenz entgegennehmen.
Am Folgetag setzten wir uns an den Strassenrand, um ein Bemo in Richtung Lovina anhalten zu können. Nach wenigen Minuten hielt ein Minibus (offensichtlich kein Bemo), bis unters Dach beladen mit Getreidesäcken und bot an uns auf den beiden letzten freien Plätzen mitzunehmen. Wir nahmen dankend an und quetschten uns in die knappe Lücke zwischen Getreide- und Rucksäcken. Kurz vor dem Ziel war die Fahrt unverhofft zu Ende – „finished!“ belehrte uns ein Unbekannter und wollte uns zum Wucherpreis in sein Bemo verfrachten. Schlussendlich stiegen wir bei seinem Kollegen zu. Auch diese Fahrt führte uns nicht ans Ziel. Abrupt und mitten auf der Strasse streikte der Motor – „it's broken!“. Unser Fahrer verliess das Fahrzeug und kehrte mit einem Eimer voller Wasser wieder zurück. Nach der Demontage der Vordersitze, unter denen sich offenbar der Motor befand, goss er den Inhalt seines Eimers schwungvoll über den kochenden Motor. Glücklicherweise blieben wir alle unverletzt als der Motor in Manier eines Geisyrs siedendes Wasser in alle Richtungen spritzte. Freundlicherweise organisierte unserer Fahrer ein neues Bemo für uns, das uns nun endlich zum Ziel bringen sollte. 1 Km vor Lovina hielten wir unvermittelt an und ein freundlich lächelnder Balinese stieg diverse Visitenkarten bereithaltend in den Bus. Er hatte nicht weniger als vier Unterkünfte im Angebot – very cheap! Wir hatten aber bereits eine Bleibe ins Auge gefasst und liessen uns davon nicht mehr abbringen. In einem lichtdurchfluteten Bungalow mit tollem Open-Air-Bad in mitten eines wunderschönen Gartens liessen wir uns nach diesem aufregenden Transport auf das Bett fallen.
Später am Nachmittag machten wir Bekanntschaft mit Tanya und Michi, den ersten Schweizer Weltreisenden, die unseren Weg kreuzten. Bei Kaffee und Sonnenuntergang diskutierten wir über das harte Dasein eines Weltreisenden... Keine Frage, dass wir uns später das Wimbledon-Halbfinale unseres Rogers anschauten. Der Gesprächsstoff ging uns nicht aus, sodass wir uns für den nächsten Tag für den Besuch einer heissen Quelle und eines buddhistischen Klosters verabredeten. Der Tag verging wie im Fluge. Am 5. Juli hiess es früh aufstehen. Auf dem Programm stand unser erster Tauchausflug in Richtung Pulau Menjangan. Noch schnell eine Sea-Sick-Pill eingeworfen, ging es schon los mit Bus und heftig schaukelndem Boot mit Kurs auf eine zwischen Bali und Java gelegene Insel. Für Zweifel gabs keine Zeit mehr, denn es hiess bereits ab ins Wasser und Abtauchen – zum faszinierenden 50-60 Meter senkrecht abfallenden Riff. Dieses war überwiegend von riesigen Korallen (Salatkorallen) besiedelt und hatte natürlich auch einige wunderschöne Fische zu bieten (Angel Fish, Bat Fish uvm.)!!! Nach dem Mittagessen wartete der zweite Tauchgang auf uns, während dem wir auch unsere erste Unterwasserhöhle entdecken durften – beeindruckend! Geschafft aber glücklich kamen wir nach etwa acht Stunden von unserem Ausflug zurück und waren uns sicher: wir werden wieder abtauchen! Für das Abendessen mit anschliessendem Wimbledonfinale trafen wir ein vorläufig letztes Mal mit Tanya und Michi zusammen. Eisern harrten wir bis kurz vor 02.00h als inzwischen einzige Gäste aus, um Rogers Marathon-Sieg mitzuerleben. Die Freude über den Sieg war riesig, und sei es nur, weil nun endlich das Bett angesteuert werden konnte... - gäll, Tanya :o) Unseren letzten Tag in Lovina nuzten wir zum Faulenzen, Kleider waschen und ausgiebiger Körperpflege!
Per Shuttlebus fuhren wir ein bisschen traurig durch das Landesinnere nach Kuta zurück, von wo wir morgen früh nach Kuala Lumpur weiterfliegen. Traurig deshalb, weil uns die von uns besuchten Inseln Indonesiens ausgesprochen gut gefallen haben. Bali mit seinen „sattgrünen“ Reisfeldern, dem spannenden Kulturzentrum Ubud, dem Taucherparadies Tulamben und der ausserhalb Kutas sehr entspannten Atmosphäre; Gili mit seinen atemberaubenden Sonnenuntergängen und dem türkis- bis tiefblauschimmernden Meer und Lombok mit seiner Ursprünglichkeit und Unverdorbenheit, mit seinen beinahe menschenleeren Traumstränden und den herzlichen und freundlichen Menschen.
Mit der Abreise aus Indonesien endet auch unser kurzes Dasein als Millionäre. In Malaysien bekommen wir für einen Franken nicht mehr über 9000 Rupien sondern nur noch 3 Ringitt...
Bis bald aus Malaysien oder so...
Eva und Adrian