So
03
Jan
2009
South Australia - The Festival State...
… so heisst es zumindest auf den Nummernschildern. Davon hatten wir nicht viel, obwohl wir Weihnachten in Adelaide feierten. Nach Gerhardt Polt stand uns das Event before...
Ceduna hiess uns in Südaustralien bei ca. 42 Grad willkommen – nachdem unser Auto überraschend nachlässig auf „verbotene“ Lebensmittel inspiziert worden war. Südaustralien versteht wie Westaustralien keinen Spass mit eingeführten Früchten, Gemüse, Honig uvam. Es drohen Bussen in der Höhe von mehreren Tausend Dollars. Ein mehrseitiges Quarantäne-Büchlein gibt Auskunft, was von wo nach wo mitgenommen werden darf. Von Ceduna aus besuchten wir die Seelöwenkolonie in Streaky Bay. Nach einer 51-km langen Offroad-Strecke durften wir die Tiere aus luftiger Höhe beim Faulenzen beobachten. Es handelt sich um die einzige Seelöwenkolonie, die sich direkt am Festland niedergelassen hat.
Via Port Augusta fuhren wir in den Flinders Ranges Nationalpark weiter, wo wir in einem wunderschön gelegenen Caravan Park unterkamen; direkt am Fusse des Wilpena Pounds, einem stadionähnlichen Hochplateau, komplett von Hügeln umgeben. Auf diversen Wanderungen erkundeten wir die spektakuläre Landschaft und wurden Zeuge des schnellen Klimawechsels. Von 40 Grad bei Sonnenschein auf 20 Grad mit Regen vergingen cirka 5 Minuten... Erstmals machten wir auch Bekanntschaft mit den üppig dimensionierten Spinnen des Landes. In der Camp Kitchen plumpste eines Morgens etwas Grösseres ins Spülbecken, eine handgrosse Huntsman-Spider hatte offenbar Durst bekommen, wer konnte es ihr angesichts der grossen Hitze verdenken... Hans, so tauften wir das haarige Spinnentier, ist glücklicherweise harmlos, kann „nur“ schmerzhaft zubeissen... Auf einer Wanderung lief uns dann doch noch ein giftiger Vertreter der Australischen Tierwelt über den Weg; eine Brown-Snake machte sich zügig vom Acker, als wir ihr unwissentlich zu Nahe kamen.
Xmas rückte näher, so dass wir beschlossen, in Adelaide unser Plätzchen zu sichern. Nach einer weiteren Nacht auf einer Rest Area erreichten wir die Hauptstadt Südaustraliens. In Anbetracht der Hitze feierte unser Zelt Premiere und bewährte sich bestens! In Adelaide wussten uns der botanische Garten (einmal mehr!) und das Migration Museum zu gefallen. Interessanterweise kamen im Jahre 1988 die meisten Schweizer nach Australien. Für Weihnachten rüsteten wir uns mit einer Nikolausmütze (Eva) und einem Rentier-Geweih mit blinkender roter Nase (Rudolph-Adrian) aus und liessen uns von Meisterkoch Max sein exklusives Gambas an Weissweinsauce-Rezept zukommen (den restlichen Wein mussten wir wohl oder übel selbst trinken – nach monatelanger Abstinenz). Es schmeckte vorzüglich und dank des Adventskranzes von Annemarie kam sogar ein wenig Besinnlichkeit auf! Am 25. Dezember waren die Aussies mit dem Feiern dran, was dann so aussah, dass sie sich mit Sack und Pack in den botanischen Garten begaben und sich in grossen Gruppen versammelten, um zu essen, (be-)trinken und um zu feiern.
Am Abend entdeckte Adrian, wer für die Spinnennetze in der Camp Kitchen verantwortlich zeichnete – verschiedene hochgiftige Redback-Spiders. Er spurtet zum Auto – um die Kamera zu holen und legte sich unter den Kochherd, um die Tiere möglichst aus der Nähe ablichten zu können... Vermutlich war kaum jemandem bewusst, wer sich da in der Küche breit gemacht hatte... Auf einem Abendspaziergang entdeckte Eva einen Koala, dessen Baum direkt an der Strasse stand. So konnten wir ihm aus nächster Nähe beim Futtern zusehen. Seitdem wissen wir auch, dass Koalas einen ziemlichen Lärm veranstalten können, ähnlich dem Klang eines nicht anspringenden Mopeds... Spannend die Begegnung mit einem Deutsch-Australischen Paar; sie wollte eigentlich nur mal ein halbes Jahr reisen gehen. Schlussendlich wurde daraus der kleine Taylor und inzwischen vier Jahre in Down-Under. Sie sind aktuell auf der Suche nach einer neuen Bleibe, was bedeutet, dass sie mit einem 4WD-Fahrzeug und einem kleinen Anhänger mit ihrem ganzen Besitz durch das Land fahren und sich dort einen Job suchen, wo es ihnen gefällt. In Adelaide gefiel es ihnen jedenfalls nicht, so dass sie nun Richtung Melbourne weiterziehen. Wir überbrückten ihr Auto und wünschten ihnen viel Glück.
Nächstes Ziel waren die Grampians in Victoria, doch davon später mehr...
Eva & Adrian
