Do

04

Mär

2010

Aufgehen im Nichtstun...

Schweren Herzens verliessen wir am 3. Februar Australien und liessenuns – einmal mehr – von Air Asia nach Kuala Lumpur befördern. Wir wollten bei unserem inzwischen fünften Halt in der Hauptstadt Malaysias drei Tage verweilen und uns ein bisschen was ansehen... Ganz oben auf der Liste hatten wir einen Besuch der Skybridge der Petronas Twin Towers. 1600 Gratistickets gibt’s jeden Tag. Das schien uns eine Menge, trotzdem machten wir uns frühmorgens auf den Weg – und waren doch ein wenig verblüfft, als wir an cirka 445. Stelle anstehen mussten... 40 Minuten später waren wir stolze Besitzer zweier Eintrittskarten für den späteren Nachmittag. Pech nur, dass es an diesem Tag früher als sonst regnete. Wobei der Begriff regnen dem Geschehen nicht wirklich gerecht wurde. Es goss sintflutartig, die Strassen verwandelten sich in Minuten in reissende Bäche, aus der Kanalisation sprudelte das Wasser nur so heraus und wir waren sofort nass bis auf die Knochen, trotz Regenschutz... Der Kampf mit dem Regen lohnte sich, da die Aussicht von der Skybridge sehr beeindruckend war. Wir kamen nach dem Eindunkeln nochmals zurück, um Bilder von den grossartig beleuchteten Türmen zu machen. Natürlich durfte auch ein kultureller Höhepunkt nicht fehlen, wir besuchten das Museum of Islamic Arts. Besonders angetan waren wir von einer Fotoausstellung über das Leben in islamischen Ländern. Kulinarischer Höhepunkt war ein Essen im „Bahnhofsbuffet“; wir wurden eingehend gemustert, da wir die einzigen Touristen waren, die sich dorthin verirrt hatten. Wir hatten zuerst einen deftigen Hustenanfall; die Küche war dermassen scharf, dass alleine der Geruch uns die Tränen in die Augen trieb. Das Essen jedoch war grossartig und unschlagbar günstig.

Nach drei kurzweiligen Tagen flogen wir weiter nach Phuket, von wo aus wir Koh Lanta ansteuerten. Endlich Ferien...;-) Wir machten es uns in einem netten Bungalow gemütlich und verbrachten die darauf folgenden dreieinhalb Wochen mit Lesen, Essen, Siesta, Strand, Sport und Schlafen. Unsere einzige Sorge war, dass uns der Lesestoff ausgehen würde. Wir hatten Glück, Neuankömmlinge brachten neue Literatur, so dass wir bis zum Schluss versorgt waren... Vermissen werden uns die Hunde des Hauses, denen wir immer wieder ein Leckerli zusteckten – kein Wunder folgten sie uns auf Schritt und Tritt... Adrian fand einen interessanten Joggingpartner, Pat aus Cork in Irland, ehemaliger Marathonläufer und aktuell Physiotherapeut der PGA Golf Tour. Er reist den grössten Teil des Jahres mit der Golftour und behandelt bei Bedarf Weltstars wie Tiger Woods – wobei er dessen Seitensprünge auch nicht verhindern konnte... Im kleinen Ort befand sich auch eine schöne Moschee mit Minaretten. Wir sahen uns diese genau an, bedrohlich schienen sie uns aber nicht. Wir wurden den Verdacht nicht los, dass jene Schweizer Touristen, die sich barbusig in die Sonne knallen und die Thai ganz entgegen ihren Gewohnheiten dazu bringen, die Hand zu schütteln, genau jene sind, die zu Hause eine Minarett-Initiative unterstützen. Irgendwie befremdend, wenn man sich nicht die Bohne für die kulturellen Gepflogenheiten seines Ferienlandes interessiert, aber zu Hause sofort laut „DIE sollen sich anpassen“ schreit, wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen gerne in die Schweiz kommen möchten... Nach einem letzten märchenhaften Sonnenuntergang und einem leckeren Pad Thai Gai brachte uns der vollgestopfte Minibus in fünf mühseligen Stunden wieder zurück nach Phuket, dem Ausgangspunkt für das nächste Kapitel unserer Reise.

 

Am 5. März fliegen wir nach Ho Chi Minh City und werden dann einen Monat lang durch Vietnam reisen.

 

Bis bald

 

Eva & Adrian

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